Wie Sie ihren Chef von einer digitalen Weiterbildung überzeugen können?

Den Chef von einer digitalen Weiterbildung überzeugen

Christina Hölscher Unternehmertum

Unsere Teilnehmer kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen zu uns in die Kurse. Zum einen wollen sie sich gerne aus privatem Interesse weiterbilden, da sie beruflich mit den Themen schon in Berührung gekommen sind. Sie wollen sich in ihrem Job verbessern und merken, dass sie ein Fundament schaffen wollen, auf dem sie aufbauen können. Eine andere Gruppe sind die Selbstständigen, die sich ebenfalls eine gute Basis für das eigene Unternehmen aufbauen möchten. Als dritte große Gruppe sind die Teilnehmer zu nennen, die von ihrem Unternehmen zu uns geschickt werden. Entweder besetzen sie bereits eine entsprechende Position im Unternehmen oder es ist in naher Zukunft geplant, einen neuen Bereich zu übernehmen. Dafür soll eine gute Ausbildung geschaffen werden. Doch nicht immer sind die Unternehmen so positiv gegenüber Weiterbildungen eingestellt. Woran liegt das und wie kann ich meinen Chef vielleicht doch von der Weiterbildung überzeugen?

Generell gilt: Humankapital ist eine der wichtigsten Ressourcen. Sowohl für einzelne Personen als auch für Unternehmen. Aus diesem Grund ist es eine gute Idee, Zeit und ggf. auch Geld in den Aufbau dieser Ressource zu stecken. Ob es dabei zwingend eine „richtige“ Weiterbildung sein muss oder auch ein (kostenloses) Selbststudium ausreicht, hängt von den Zielen, der eigenen Disziplin sowie den Vorkenntnissen und der Komplexität des Themas ab. Im Idealfall bringt eine berufsbezogene Weiterbildung nicht nur dem Teilnehmer als Einzelperson etwas, sondern das Gelernte wird hinterher im Unternehmen angewendet. Im besten Fall im aktuellen Unternehmen, die Qualifikation kann aber natürlich auch dazu genutzt werden, sich beruflich umzuorientieren und sich für eine neue Stelle (intern oder extern) zu bewerben.

Wird eine Weiterbildung mit dem Hintergrund besucht, das Gelernte im aktuellen Unternehmen einzubringen, dann empfiehlt sich auf jeden Fall ein Gespräch mit dem Chef oder Vorgesetzten denn: Nicht immer kommt die Aufforderung zur Weiterbildung „von oben“. Oft müssen Mitarbeiter das Thema selbst ansprechen und nicht selten ist der Vorgesetzte gar nicht so begeistert wie gedacht. Aktuell läuft es doch gut, die Aufgaben werden irgendwie erledigt. Wieso sollte dann Arbeitszeit in eine Weiterbildung investiert werden? Von den finanziellen Kosten mal ganz abgesehen. Jetzt gilt es, den Arbeitgeber vom Nutzen der Weiterbildung zu überzeugen:

1. Ist-Zustand darstellen und Ziele setzen

In unseren Weiterbildungen sind oft Mitarbeiter anzutreffen, bei denen Online Marketing oder Social Media bereits eine Rolle spielt. Irgendwie läuft das auch, aber irgendwie auch nicht. Was fehlt ist oft das richtige Hintergrundwissen, um strategisch an die Aufgabe heranzugehen. Prüfen Sie exemplarisch, wie viel Zeit Sie für diese Aufgaben aufwenden wollen und wie viel Zeit Sie wirklich brauchen. Oft ist hier ein großer Unterschied zu finden. Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten darüber und setzen Sie sich konkrete Ziele, was Sie mit einer Weiterbildung erreichen wollen (bspw. Reduzierung Ihrer wöchentlichen Stunden für diese Aufgaben bei gleichzeitiger Umsatzsteigerung für das Unternehmen).

2. Kompromisse finden

Ihr Arbeitgeber ist noch nicht ganz überzeugt? Dann versuchen Sie einen Kompromiss zu finden. In unseren Weiterbildungen haben Sie die Möglichkeit, die Aufgaben mit Bezug zu Ihrem Unternehmen zu bearbeiten. Setzen Sie die Ergebnisse doch parallel schon im Unternehmen um, dann sieht der Arbeitgeber während der Weiterbildung bereits erste Ergebnisse und muss nicht erst einige Wochen warten. Investieren Sie einen Teil Ihrer Freizeit in die Weiterbildung und lassen Sie sich diese vom Arbeitgeber finanzieren. Oder finanzieren Sie die Weiterbildung selbst und lassen Sie sich vom Arbeitgeber dafür einen bestimmten Anteil an Stunden während der Arbeitszeit dafür zuweisen.

3. Ergebnisse präsentieren

Machen Sie mit Ihrem Vorgesetzten direkt einen Termin zur Ergebnispräsentation aus. So können Sie und Ihr Chef nach der Weiterbildung direkt sehen, was Sie gelernt haben und besprechen, was Sie umsetzen können. Im besten Fall beziehen Sie sich hier schon auf die Ziele, die Sie zu Beginn des Gespräches festgelegt haben und können präsentieren, wann und wie diese Ziele erreicht werden können. Haben Sie während der Weiterbildung bereits mit der Umsetzung begonnen, können sie vielleicht schon erste erreichte Zwischenziele präsentieren.

4. Strategie als Handlungsgrundlage

In unseren Weiterbildungen schreiben Sie während des Kurses eine Strategie für Ihr Unternehmen. Die Strategie ist so gestaltet, dass Sie diese nach dem Kurs (bzw. auch schon währenddessen) umsetzen können. Wenn Sie die Weiterbildung erfolgreich abschließen, haben Sie also direkt eine gute Grundlage für Ihre weitere Arbeit. Und gerade im Social-Media-, Online-Marketing- oder eCommerce-Bereich ist eine Strategie als Handlungsgrundlage unerlässlich. Die Ausarbeitung einer professionellen Strategie kostet in der freien Wirtschaft schnell ein paar tausend Euro. Die Investition in die Weiterbildung eines Mitarbeiters ist für die Unternehmen da meist eine deutlich günstigere Alternative. Immerhin können Sie so nicht nur eine Strategie schreiben, sondern diese auch bei Bedarf anpassen und optimieren. Auch für andere Ziele haben Sie nach dem Kurs das Wissen, eine passgenaue Strategie zu erstellen. So profitiert das Unternehmen gleich doppelt.

Gerade der letzte Punkt ist einer der wichtigsten, um den Arbeitgeber von dem Nutzen der Weiterbildung zu überzeugen. Sollten Sie die Weiterbildung dennoch selbst tragen müssen, dann sollten Sie sich vorab über mögliche Förderungsmöglichkeiten informieren.

Leider sind nicht alle Arbeitgeber dazu bereit, Ihren Mitarbeitern Weiterbildungen zu finanzieren. Dabei sind diese als Benefit gut geeignet, um Mitarbeiter langfristig zu halten. Sie fühlen sich dadurch wertgeschätzt und gefördert. Außerdem lernen Sie ihre eigene Wichtigkeit im Unternehmen neu kennen, da ihnen meist auch mehr Verantwortung übertragen wird.

Christina Hölscher ist Soziologin und Erziehungswissenschaftlerin (B.A.), M.A. in Erwachsenen- und Weiterbildung sowie Social Media Managerin (IHK) und Online Marketing Managerin (IHK). Für die Business Academy Ruhr arbeitet sie in den Bereichen eLearning, Qualitätsmanagement sowie im Projektmanagement.