Digitale Weiterbildung in der Corona-Zeit: Wie funktionieren Online Kurse?

Dr. Marie Huchthausen Weiterbildung

In den Corona Still-Stands-Wochen wird der Ausnahmezustand langsam zur Gewohnheit. Ängste und Verunsicherungen steigen bei vielen, bei anderen macht sich Langeweile breit. Während die einen Puzzeln oder alte Hobbys hervorkramen, widmen sich andere ihrer beruflichen Weiterentwicklung nach Corona und bilden sich weiter. Doch wie läuft eine Weiterbildung ab, wenn man nicht zusammen lernen kann?

Online Kurse dienen der Ausweitung von Zielgruppen

Als digital aufgestellter Bildungsträger haben wir natürlich einen sehr positiven Zugang zu online Kursen. Seit jeher sehen wir digitale Bildung als sinnvolle Ergänzung an. Ergänzung für Zielgruppen, die man mit Präsenz-Kursen nicht erreicht. Weil sie zum Beispiel im ländlichen Raum sehr weite Anfahrtswege für Präsenz-Weiterbildungen in Kauf nehmen müssten und das nicht leisten können. Oder sie sind als alleinerziehende Eltern nicht in der Situation, abendliche Betreuung für ihre Kinder sicherzustellen und müssen deshalb auf Weiterbildungen verzichten, die als Präsenz-Veranstaltungen stattfinden. Oder sie sind in Berufen mit ständig wechselnden Arbeitszeiten (Schichtarbeit oder auch Außendienst, Vertrieb) tätig und können so keine Anfahrten zum Heimat-Bildungsträger sicherstellen. Aber auch Menschen, die im deutschsprachigen Ausland leben und dort bestimmte Weiterbildungsangebote kaum vorliegen, gehören traditionell zur Zielgruppe von Online Weiterbildungen. Aber auch didaktisch sprechen zahlreiche Gründe für ein digitales Weiterbildungsangebot.

Didaktische Gründe für Online Weiterbildungen

Man sieht eine junge Frau am Computer und ihr Spiegelbild macht die gleiche Geste wie sie. Bei der Nutzung von Chatbots in der Weiterbildung lernen künstliche Intelligenzen dazu und geben die Antworten, die mit höchste Wahrscheinlichkeit zur Frage passen werden.

Online Weiterbildungen haben viele Vorteile. So sind sie Kosteneffizient, nicht Ortsgebunden, zeitlich flexibel und Krisensicher.

Lernen in der Präsenz hat seinen ganz besonderen Charme: Man hat die Möglichkeit zur direkten Interaktion, man erlebt etwas „live“, kann sich austauschen mit anderen, kann nachfragen. Diese Vorteile werden den Präsenz-Veranstaltungen immer bleiben. Allerdings existieren in Präsenz-Weiterbildungen Schwächen.

  1. Einbinden von Praxisübungen: Die meisten Dozenten – vor allem in der Erwachsenenbildung – sind Fachexperten. Sie beherrschen ein Thema sehr gut. Ihre pädagogischen Kompetenzen sind sehr unterschiedlich ausgebaut. Den meisten fällt es häufig schwer, sinnvolle Praxis-Übungen für die Themen zu entwickeln.
    Da wird mal eine Frage gestellt, die von den Teilnehmern beantwortet wird, da wird auch mal etwas auf dem Flipchart aufgeschrieben oder eine Gruppenarbeit gemacht, aber dann endet die Bandbreite auch meist. Online kann man jedoch didaktisch geschulte Expertise einbinden und Übungen ergänzend zum Unterricht gestalten.
  2. Nachhaltigkeit: Ein weiterer wichtiger Aspekt von Weiterbildungen ist die Nachhaltigkeit. Wie kann man sicherstellen, dass das Wissen aus einer Weiterbildung auch in der Praxis – im Betrieb – ankommt? Gerade, wenn es sich um Tages-Workshops handelt oder Weiterbildungen, die einmal pro Woche abends stattfinden, wird es schwer, die Themen in die Umsetzung zu bringen.
    Online hat man jedoch die Möglichkeit, Weiterbildungen zeitlich zu entzerren. Nach einem spannenden Vortrag eines Dozenten Übungen und Projekt online abzubilden, die dann im Betrieb umgesetzt werden.
  3. Individuelle Rückmeldungen: Wenn diese Übungen dann auch noch begleitet werden, fängt Lernen am eigenen Projekt an. In Präsenzkursen ist Feedback überwiegend auf die Teilnehmer beschränkt, die sich aktiv einbringen. Das sind meistens jedoch nur wenige. Um wie vieles wertvoller wäre es jedoch, wenn alle eine individuelle Rückmeldung zur ihren Praxis-Übertragungen bekämen.

All diese Aspekte sind wichtige Bestandteile unserer Online Weiterbildungen. Wie laufen diese denn nun Schritt-für-Schritt ab, aber wie kann man sich so etwas vorstellen? Es ist gar nicht so kompliziert.

Wie funktioniert so ein Online Kurs?

Zunächst ist es wie in der Präsenz-Weiterbildung. Man hat sich als Interessent hinreichend informiert, recherchiert und verglichen und sich für ein Angebot entschieden. Zu diesem meldet man sich an. Man erhält dann von dem Bildungsträger eine Bestätigung über die Anmeldung. Noch ist alles so, wie man es kennt. Bei einem Präsenz-Kurs würde man dann eine Einladung für die Einführung mit einer Wegbeschreibung zum Bildungsträger erhalten.

  • Einführung online: Bei einem digitalen Angebot erhält man die Einladung zur Einführungsveranstaltung per Mail und statt einer Anfahrtsbeschreibung bekommt man neben dem Zeitpunkt einen Link für ein „virtuelles Klassenzimmer“. Wie in der Präsenz auch findet man sich dann zur angegebenen Zeit dort ein. Man muss jedoch nirgendwo hinfahren, sondern klickt dann den Link an, den man erhalten hat. Die Einführung wird dann über eine Video-Konferenz (ähnlich wie Skype) umgesetzt. Man sieht den Dozenten und eine Präsentation und die anderen Teilnehmer mit Namen.
  • Kursablauf online: Die Online-Weiterbildungen, die wir als Business Academy Ruhr gemeinsam mit verschiedenen IHK’s umsetzen laufen dann online in Wochenmodulen. Man lernt auf einer Lernplattform. Jede Woche wird ein neues Thema behandelt. Eine Woche hat hat man dann Zeit, sich das Thema zu erschließen. Dazu stehen einem einführende Paper zur Verfügung, Tests um zu prüfen, ob man alle wichtigen Aspekte des Themas schon kennt. Hat man die Grundlagen einer Thematik gelernt, geht es weiter in die Umsetzung.
    Dort arbeitet man an Aufgaben aus der Praxis. Für die erarbeiteten Lösungen erhält man individuelles Feedback. Zum Ende der Lernwoche hat man jedoch häufig Fragen zu einzelnen Themen, zu Bereichen, die man noch nicht verstanden hat. Um das aufzugreifen, trifft man sich zum Ende der Lernwoche zu einem festen Zeitpunkt zwei Stunden mit seinem Dozenten (der die gesamte Lernwoche schon mit seinem Feedback begleitet). Man hat dann Gelegenheit, seine Fragen zu stellen und mit dem Dozenten in Austausch zu kommen. Das geht viel tiefer ins Thema, als würde der Dozent einfach nur eine Präsentation einstellen.
  • Kursende online: Zum Ende eines Zertifikats-Kurses muss man immer zeigen, das man etwas gelernt hat. In unseren Weiterbildungen verfasst man schon während des Kurses eine Strategie. Man plant für sein Unternehmen, wie man die Themen der Weiterbildungen integrieren möchte. Diese Strategie gibt man zum Ende der Weiterbildung als Schriftstück ab und stellt sie am letzten Tag vor. Auch das findet über eine Video-Konferenz statt. Ähnlich wie bei der Einführung findet man sich zum Zeitpunkt des Abschlusses im virtuellen Klassenzimmer ein. Jeder Teilnehmer präsentiert dann 10 Minuten lang seine Strategie der gesamten Gruppe. Ein Abschluss-Zertifikat erhält man anschließend per Post von der IHK.

Welche Voraussetzungen braucht man für einen Online Kurs?

Nun stellt sich die Frage, was man für die Teilnahme an einer digitalen Weiterbildung (so wie wir sie umsetzen) benötigt? Zunächst einmal benötigt man einen Computer und einen Internetanschluss zur Teilnahme an digitalen Angeboten. Dann eine eMail-Adresse, denn man muss die Einladung für die Einführung ja mit einem Link zusenden können. Für die virtuellen Konferenzen braucht man einen LAN-Verbindung (also einen Router, eine LAN-Kabel und ggf. einen LAN-Adapter, falls das Notebook keinen LAN-Anschluss hat), ein Headset (hier reicht das Headset aus, das man beim Handy erhalten hat) und eine Kamera (die meisten neueren Notebooks haben bereits eine Kamera integriert).

Wer also in Corona-Zeiten Video-Konferenzen aus dem Homeoffice durchführt, kennt solche Video-Systeme. Als Browser empfehlen wir Firefox und immer einen zweiten Browser (zum Beispiel Chrome) zu installieren.

Wir haben bereits viele Jahre Erfahrungen in der Umsetzung von digitalen Weiterbildungsangeboten und leiten diese Kurse sehr präzise an. Man erhält vor der Online-Einführung ein „How-to“, dass die Umsetzung Schritt für Schritt beschreibt. Vor dem ersten Austausch mit dem Experten gibt es ein Video und eine schriftliche Vorbereitung, wir haben eine Notfall-Hotline, die zum virtuellen Klassenzimmer immer aktiv ist und Unterstützung anbietet. Als Teilnehmer ist man also nie allein. Als virtuellen Campus sind wir von Fernstudiencheck ausgezeichnet und haben eine große Anzahl von Teilnehmer-Bewertungen, die einen internen Blick ermöglichen.

Und natürlich stehen wir auch in Corona-Zeiten telefonisch und per Mail mit Rat und Tat zur Verfügung. Nehmen Sie gern Kontakt auf.

info@business-academy-ruhr.de | 0231 – 700 888 30

Dr. Marie Huchthausen beschäftigt sich als Didaktikerin und Erwachsenenbildnerin seit knapp 20 Jahren mit eLearning und digitalem Lernen. Als Geschäftsführerin der Business Academy Ruhr ist sie verantwortlich für den Bildungsbereich und Personal. Sie gibt ihr Wissen rund um das Thema Digitalisierung in zahlreichen In-House-Schulungen und als Speakerin weiter.