Brauche ich eine Website oder reichen Social-Media-Profile?

Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten, das eigene Unternehmen, Produkt oder die Dienstleistung online anderen Leuten vorzustellen. Zum einen klassisch über die eigene Website, aber mittlerweile gibt es auch immer mehr Unternehmen oder Selbstständige, die sich nur auf einen Eintrag bei Google oder auf Social-Media-Profile in den Social Networks verlassen. Hauptsache, man wird online gefunden, oder? Braucht man da überhaupt noch eine Website, oder ist sie mittlerweile längst überholt und höchstens noch „nice to have“? Wir gehen dem Ganzen mal auf den Grund. 

Website vs. Social-Media-Profile

Eine Website kennt jeder. Früher noch mit HTML erstellt, gibt es heute Content-Management-Systeme oder Baukästen, mit denen eine eigene Website erstellt werden kann. Programmierkenntnisse werden dafür nicht mehr benötigt. Die Website kann selbst nach den eigenen Bedarfen gestaltet werden und kann entsprechend viel oder wenig Inhalt aufweisen. Bei den Social-Media-Profilen verhält es sich ähnlich. Es wird nur ein Profil im jeweiligen Sozialen Netzwerk benötigt und schon kann losgelegt werden. Die rechtlichen Grundlagen wie ein Impressum oder der Datenschutz sollten natürlich bei beiden Varianten beachtet werden.

Website

Vor- und Nachteile einer Website

Die Website ist der Vorreiter der digitalen Welt. Sie muss sich mittlerweile aber gegen neue Möglichkeiten behaupten. Doch ist das gerechtfertigt? Bei einer eigenen Website gibt es den Vorteil, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, sie zu erstellen. Zum einen kann man mit einem Baukastensystem arbeiten. Hier benötigt man in der Regel keine Vorkenntnisse und kann direkt loslegen. Mit einem Content-Management-System (wie beispielsweise WordPress) hingegen hat man die Möglichkeit, die Website über einen externen Anbieter selbst zu hosten und damit auch etwas flexibler zu gestalten. Ein gewisses technisches Gespür sollte im besten Fall vorhanden sein, wenn man dies selbst übernehmen möchte. Allerdings sollte man beachten, dass die eigene Website bzw. die entsprechende Domain (URL) nicht kostenlos ist. Oft ist der monatliche Beitrag, der investiert werden muss, aber sehr gering.

Die eigene Website kann entsprechend der Bedarfe gestaltet werden. Wie soll das Menü aussehen, wie die einzelnen Menüpunkte benannt werden? In welche Kategorien wird die Website aufgeteilt? Soll es Unterkategorien geben, wenn ja wie viele? Der Gestaltungsspielraum ist bei einer Website sehr groß, was man auch an den unterschiedlichsten Websites im Internet sieht. Jeder kennt wahrscheinlich gelungene und auch weniger gelungene Beispiele. Man sollte auf jeden Fall ein Auge für eine gute Aufmachung haben, um nicht ins Fettnäpfchen zu treten und die potenziellen Kunden direkt wieder zu verlieren. Sprich: die Farben sollten nicht zu grell sein und das Menü nicht zu unübersichtlich.

Apropos unübersichtlich: Hier besteht natürlich auch der Vorteil der Website darin, diese übersichtlich zu gestalten, Dinge auszuprobieren und bei Nichtgefallen auch wieder zu verändern. Änderungen werden direkt sichtbar, sodass eine „falsche“ Seite nicht direkt das komplette Konzept durcheinanderbringt. Alles kann auch im Nachhinein noch anders strukturiert werden. Möchte man eine Seite nachträglich löschen, weil die Informationen veraltet sind, ist dies problemlos möglich. Aufpassen muss man jedoch bei internen Verlinkungen. Links, die auf eine gelöschte Seite führen, sollten angepasst werden. Man muss die eigene Website also gut kennen, um keine Fehlermeldungen auf Kundenseite zu produzieren.

Website Vorteile Nachteile

Vor- und Nachteile der Social-Media-Profile

Social-Media-Profile haben im Vergleich zur Website den Vorteil, dass ohne großes Zutun bzw. ohne Suchen neue potenzielle Kunden erreicht werden können. Durch entsprechende Algorithmen kann die eigene Seite unbekannten Profilen angezeigt werden. Im besten Fall gewinnt man also automatisch neue Kunden. Wobei das in den seltensten Fällen so funktioniert, ein Selbstläufer sind Social-Media-Profile oft nicht. Sie müssen gepflegt und regelmäßig aktualisiert werden (nicht nur die Posts, auch Kontaktdaten, Impressum etc. müssen im Blick behalten werden).

Bevor Social-Media-Profile erstellt werden, sollte man natürlich prüfen, welche Kanäle sich für das eigene Unternehmen eignen. Nicht jedes Netzwerk ist für jede Zielgruppe geeignet. Außerdem kommt es darauf an, welche Informationen man verbreiten will. Eine Zeichenbegrenzung wie bei Twitter kann da schon direkt das erste Hindernis darstellen und gegen das Netzwerk sprechen. Man muss sich also im Vorfeld informieren und vor allem festlegen, welche Absichten man mit einem Social-Media-Profil verfolgt. Soziale Netzwerke sind schnelllebig, Informationen geraten also schneller in Vergessenheit. Etwas, was heute Morgen gepostet wurde, wird abends schon untergegangen sein. So eignen sich Social-Media-Kanäle beispielsweise gut für Aktuelles, spontane Ankündigungen usw. Wichtige, langfristige Änderungen, beispielsweise von Öffnungszeiten, Preisanpassungen, Mitarbeitervorstellungen o.ä. werden jedoch nicht von jedem gesehen. Teamvorstellungen kommen auf Sozialen Netzwerken zwar meistens sehr gut an, gehen aber auch sehr schnell unter. Wer nach einem Jahr nochmal die Vorstellung sehen/lesen möchte, muss oft weit nach unten scrollen, was sehr unpraktisch ist. Auf der Website kann dies mit einer eigenen Kategorie besser dargestellt werden.

Je nach Netzwerk kann es auch schwierig sein, die Optik des Profils anzupassen. Profilbilder können schnell ausgetauscht werden, jedoch zieht sich ein entsprechendes Corporate Design oft durch alle Posts. Falls sich das Logo beispielsweise einmal ändert, kann das ganz schön knifflig werden. Hat man das Logo in den Posts (bspw. auf Fotos) integriert, ist auf allen vergangenen Posts das alte Logo zu sehen. Gerade bei Bildnetzwerken wie Instagram kann das nervig sein. Alle Fotos austauschen ist zu viel Arbeit, aber gerade am Anfang wird das alte Logo bei einem Profilbesuch immer noch im Feed zu sehen sein. Man könnte alte Bilder zwar löschen oder austauschen, dann würden jedoch auch die Likes und Kommentare verloren gehen.

Social Media Vorteile Nachteile

Fazit

Wir würden eine Website auf jeden Fall als Grundlage empfehlen. Sie kann an entsprechende Design-Ansprüche angepasst werden. Die Struktur kann selbst erarbeitet und bei Bedarf auch wieder geändert werden. Veraltete Informationen können gelöscht werden, ohne dass direkt eine Lücke entsteht oder die ganze optische Wirkung des Profils verloren geht. Eine Website ist also ganz klar ein „must have”. Social-Media-Profile sind als Ergänzung hingegen eher „nice to have“. Spontane Änderungen können gut auf Sozialen Netzwerken kommuniziert werden. Es ist außerdem nicht selten, dass Kunden über Social Media auf ein Unternehmen aufmerksam werden und von dort aus zur Website gelangen. Die Website und Social-Media-Profile haben in der Regel unterschiedliche Ausrichtungen, sodass hier ein Mehrwert entsteht. Ein Unternehmen, was hingegen nur auf Sozialen Netzwerken vertreten ist und keine eigene Website hat, wirkt (noch) etwas unseriös. Beides miteinander zu vereinen ist aktuell die beste Möglichkeit, möglichst viele potenzielle Kunden zu erreichen. Dabei darf die Wahl des richtigen Netzwerkes aber natürlich nicht vernachlässigt werden. Generell ist es im Social-Media-Bereich wichtig, regelmäßig den richtigen Content zu posten. Ein Profil anlegen, was dann nicht bespielt wird und als eine Art „Visitenkarte“ gilt, macht einen eher negativen Eindruck. Wenn Social-Media-Profile genutzt werden, dann bitte auch richtig!