Die Zukunft von TikTok – gekommen um zu bleiben oder doch nur eine Trend-App?

Melanie Schymanietz Marketing und Public Relations (PR)

Im Social-Media-Management kann man mittlerweile nicht mehr an der App vorbeikommen – die Rede ist von TikTok. Doch man hört viel Negatives von der musikalischen App, was ist da dran? Lohnt es sich trotzdem, mit der App für sein Unternehmen zu werben?

Was ist TikTok?

Nach Übernahme der Lipsync-App Musical.ly im August 2018 ist das chinesische soziale Netzwerk des Startup-Unternehmens Bytedance auf Wachstumskurs. Mit 800 Mio. monatlich aktiven Nutzern ist TikTok das erste chinesische Social Network, welches internationalen Erfolg feiert. Beliebt ist TikTok (in China als Douyin bekannt) dabei besonders bei dem jüngeren Publikum. Knapp 70 Prozent der Nutzer sind zwischen 16 und 24 Jahren alt.

Auf TikTok können mit Musik untermalte Videos erstellt und hochgeladen werden. Den eigenen Videoclip können die Nutzer dann mit zahlreichen Filtern, Effekten und Stickern bearbeiten, passende Hashtags hinzufügen und anschließend mit der TikTok-Community teilen. Zudem können Clips anderer Nutzer standardmäßig geliked und kommentiert werden.

Die Nutzer der App lieben es sich kreativ auszuleben und ihre Lippen synchron zu dem gewählten Lied zu bewegen. Oft präsentieren sie auch ihre Tanzkünste – mal mehr, mal weniger ernsthaft. Nicht selten gehen einige Clips viral und werden von zahlreichen Usern nachgeahmt, um möglichst viele Likes zu erhalten. Daraus entstehen die sogenannten TikTok-Challenges, von denen Sie sicherlich schon des Öfteren gehört haben. Neben den unzähligen harmlosen Tanz-Challenges, gibt es aber umstrittene und nicht ganz ungefährliche Trends. Ganz aktuell: die stark kritisierte „Kulikitaka-Challenges“ bei welcher die TikTok-User zu Merengue-Musik absichtlich Kühe erschrecken. Ein Trend der für Mensch und Tier schlimmstenfalls tödliche Folgen haben kann.

Wie geht es mit TikTok weiter?

Lange Zeit war TikTok sehr umstritten. Grund dafür waren nicht unerhebliche Sicherheitslücken der App. Diese sollen laut TikTok-Entwickler Bytedance nach einem Software-Update mittlerweile geschlossen sein. Indien traut dem Braten allerdings noch immer nicht und verbietet die Nutzung von TikTok aufgrund von bestehenden Sicherheitsbedenken.

Hierzulande ist die App allerdings auf dem Vormarsch und schon lange nicht mehr nur ein Trend, der bald wieder verschwindet. Die Nutzer- und Downloadzahlen sprechen für sich. Erst im Mai hat TikTok die Grenze von zwei Milliarden Downloads geknackt und ist aktuell die am meisten heruntergeladene App auf dem Markt, gefolgt von WhatsApp und Facebook. TikTok scheint endlich angenommen zu werden und hat sich bereits etabliert.

Das hat auch die Konkurrenz gemerkt und geht jetzt auf Angriff. Erst kürzlich launchte Instagram seine neue Funktion „Reels“, welche dem Grundprinzip von TikTok stark ähnelt. Mit den neuen „Reels“ können Instagram-User 15-sekündige editierbare Clips erstellen und mit ihrer Community teilen. Wie bei TikTok auch können diese Clips mithilfe von zahlreichen spielerischen Elementen und Musik bearbeitet werden. Aber auch YouTube plant mit einem eigenen Kurzvideo-Format in Konkurrenz mit TikTok zu treten. „Shorts“ soll das neue Feature heißen und Ende des Jahres auf den Markt gebracht werden.

Aber auch Tiktok entwickelt sich weiter und wendet sich dabei vor allem an die Unternehmen. Mit „TikTok for Business“ launchte die App zuletzt eine neue Werbeplattform für Werbetreibende. Fünf verschiedene Anzeigeformate bzw. Werbemöglichkeiten (Top View, Brand Takeover, in-Feed Ads, Branded Hashtag-Challenge, Branded Effects) stehen den Unternehmen dabei zur Verfügung. Zudem finden Unternehmen auf der neuen Plattform für Marketinglösungen auch Zugang zum Creator Marketplace. Hier werden Marken und Creators für Kooperationen zusammengebracht.

Fazit

TikTok bringt frischen Wind in die Social Media Welt. Die App ist mit seinem kreativen und unterhaltsamen User Generated Content gekommen um zu bleiben und sollte als ernst zu nehmender Konkurrent der Media Sharing Plattformen YouTube, Instagram, Pinterest und Snapchat betrachtet werden. Für Unternehmen bedeutet dies: Ist ihre Zielgruppe auf TikTok unterwegs, sollten sie die Chance nutzen, diese dort zu erreichen. Trauen Sie sich etwas und werden Sie kreativ! Aufnahme startet in 3 … 2 … 1 … 😉

Melanie Schymanietz ist Erziehungswissenschaftlerin B.A., Online Marketing Managerin (IHK) und Social Media Managerin (IHK). Für die Business Academy Ruhr arbeitet sie im eLearning-Bereich und ist dort vor allem für die Verwaltung und Qualitätssicherung der Kurse zuständig. Zudem coacht Sie die Kursteilnehmer und begleitet sie auf ihrem Weg zur eigenen Strategie. Daneben leitet Melanie das Social Media Team der Business Academy Ruhr.